Geistliche Begleitung

Andreas Rosenwink

Ressourcen für eine geerdete Spiritualität
in den Fliehkräften dieser Zeit.

Sehnsucht

Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott. 
Sehnsucht ist Geschenk und Wegweiser,
Zugkraft jeder spirituellen Suche.
Geistliche Begleitung hilft der Spur
der Sehnsucht zu folgen.

Stille

Wer in die Stille geht, wird mehr hören. Von außen und von innen. Das kann erst einmal unangenehm werden. Denn die innere Unruhe ist für viele kaum zu ertragen ohne Ablenkung. Wer traut sich auszuhalten und zu warten, bis sich die Wellen legen?

Präsenz

Präsenz ist eine aufmerksame Haltung gegenüber Mitmenschen, der Natur und der eigenen Befindlichkeit. Präsenz öffnet für das Geheimnis unserer Verbindung mit dem Leben und Gottes liebevoller Nähe. Präsenz kann man in Meditation einüben.

Bei Gott bin ich geborgen,
still wie ein Kind.
Bei Ihm ist Trost und Heil.
Ja, hin zu Gott verzehrt sich meine Seele,
kehrt in Frieden ein.

Taizé 1993

 Herzenskompass

Geistliche Übungen zur Arbeit
an eigenen Lebensthemen.
Psychologie trifft Spiritualität der Exerzitien.
Praxisbuch mit Audio-Anleitungen.

Videokurs

Achtsam Sein
Sieben Übungen, um sich für Gottes Gegenwart zu öffnen.

Earth’s crammed with heaven,
And every common bush afire with God;
But only he who sees,
takes off his shoes

Elizabeth Barret Browning

Übungen

Eine Sammlung bewährter Anleitungen. Viel Freude beim Ausprobieren…

Körperwahrnehmung

Ich komme zu mir, um zu DIR zu kommen. Die 8–9-minütige Übung ist sehr bewährt. Sie führt in die innere Sammlung und in die Gegenwart Gottes. Sie eignet sich gut zur Vorbereitung auf Schriftbetrachtung, Journaling, andere Formen des Gebets oder als achtsamer Start in die Arbeit.

Ignatianische Schriftbetrachtung

Das Herzstück der Exerzitien. Nach einer kurzen Körperwahrnehmung höre ich auf einen Bibeltext und stelle mir dabei die Szene vor meinem inneren Auge bildlich vor. Dabei achte ich darauf, ob mir ein Detail, eine Bild nahegeht. Dorthin gehe ich mit meiner Aufmerksamkeit und verweile, verspüre und verkoste den Moment. Faszinierend ist oft: Was mir nahegeht, hat mit meinem Leben zu tun. Gott rührt an etwas und hat etwas für mich…

Wahrnehmungsübung in der Natur

Nach ein paar Minuten Gehen werde ich bewusst langsamer. Ich richte meine Aufmerksamkeit aufs Hören, Sehen, Fühlen… Ich nähere mich dem, was mir nahe geht. Dort verweile ich, verspüre und verkoste den Moment…

Atemgebet in akuter Angst

Emotionsregulierung und Bittgebet zugleich:
Durch bewusstes Wahrnehmen der Atmung löst sich die Aufmerksamkeit aus den Sorgenspiralen und kehrt zum eigenen Körper zurück. Wohltuende Linderung kann sich einstellen.

Freiraum-Übung

In dieser etwa 20-minütigen Wahrnehmungsübung spüre ich in mich hinein und nehme wahr, was mich im Moment beschäftigt. Ohne ins Grübeln zu geraten, richte ich meine Aufmerksamkeit darauf, wo und wie mein Körper Belastungen, Sorgen oder offene Themen trägt – eine innere Entdeckungsreise…

Tagesrückblick

Das sogenannte Gebet der liebenden Aufmerksamkeit ist eine kleine, feine Gebetsform. Sie macht Dich über die Zeit achtsamer für die besonderen Momente im Alltag. Sie fördert eine kontemplative Lebenshaltung. Sie macht Dich für die eigenen inneren Regungen bewusster.  

… der Glaubende von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein…

Karl Rahner

GuL 39/5 (1966) 326-342

Themen

Folgende Themen waren und sind für meinen eigenen geistlichen Weg wichtig.
Immer wieder erfahre ich, dass ich damit nicht alleine bin.
Falls Sie ein Thema anspricht oder selbst betrifft, begleite ich Sie darin gerne.

 

Auch biete ich Seminare darüber in Kleingruppen oder Gemeinden an.

Gottesbilder, wie sie krank machen, wie sie heilen*

*nach Karl Frielingsdorf

Ein Mensch mag sich Gott als liebend, barmherzig und fürsorglich vorstellen und zugleich unter hemmenden Gottesbildern leiden. Diese sind oft aus Kindheitserlebnissen oder Verletzungen durch Autoritätspersonen gespeist, die dann auf Gott übertragen werden.

Ambivalente Gefühle gegenüber Gott, wie Sehnsucht nach Nähe und zugleich Angst davor, lassen sich dadurch erklären.

Es gibt verschiedene Methoden und Meditationen, um sich den oft halb- oder unbewussten Gottesbildern zu nähern und sich mit ihnen auseinander zu setzten.

Heilsame Gottesbilder dürfen vom Kopf ins Herz rutschen. Dies geschieht oft durch wohltuende, geistliche Erfahrungen. Solche Bindungserfahrungen überschreiben alte Prägungen überschreiben.

Ein tiefes Grundgefühl der Vorsicht und Bedrohung darf sich mit den Jahren in Geborgenheit wandeln.

Kontemplative Übungen für Kleingruppen

Verschiedene Modelle gemeinsamen Hörens auf Gottes Geist in einer Kleingruppe werden vorgestellt und eingeübt: die katholische Praxis des „Bibelteilens“, die von den Quäkern (Society of Friends) entwickelte Praxis des „Clearness Committee“ und verschiedene Modelle der geistlichen Begleitung in Gruppen.

Gemeinsam sind diesen geistlichen Übungen ein Moment der kontemplativen Stille, in der jedes Gruppenmitglied eingeladen ist zu einer konkreten persönlichen oder gemeinschaftlichen Fragestellung auf Gottes Weisung zu warten. Eine Grundregel lautet: mitteilen, was persönlich bewegt, statt zu theologisieren; offene Fragen stellen, statt Ratschläge zu geben.

Diese Übungen können seelsorgerlich berührend und in Entscheidungssituationen wegweisend sein.

Die Rolle des Körpers in der eigenen Spiritualität

Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?“  (1 Kor 6,19)

Unsere Beziehung zu unserem körperlichen Selbst beeinflusst zutiefst
unsere Beziehung zu Gott, zueinander, zum Gebet, und zu allem Leben.
 (Flora Slosson Wuellner)

Die westliche Welt ist immer noch von der griechisch/klassischen Aufspaltung von Körper, Seele und Geist geprägt. Diese hat zu einer Entfremdung vom eigenen Körper und zu einem verkopften Glauben geführt. Das ganzheitliche hebräisch-biblisches Menschenbild darf wiederentdeckt werden.

Körperwahrnehmungsübungen machen uns sensibel für unser „Bauchgefühl“, für die Empfindungen unseres viszeralen Nervensystems, das als Sitz der eigenen Intuition und Inspiration erfahren werden kann.

Einsichten aus der interpersonalen Neurobiologie (z.B. Daniel Goleman, Daniel Siegel) und Achtsamkeitsübungen aus dem Focusing Ansatz (Eugene Gendlin) bereichern unser Verständnis von Glauben als sinnlich wahrnehmbarer Erfahrung unseres „In-Beziehung-Seins“ mit dem liebenden Gott und seiner Schöpfung.

Für Geistliche BegleiterInnen: Ein bewährtes Seminar von Cordula Ruwe und Andreas Rosenwink über „Körperinformierte Geistliche Begleitung“ vermittelt obige Inhalte in speziellem Bezug auf die Dynamik von Begleitgesprächen.

Zu diesem Thema stelle ich zusätzlich folgende Facharbeit gerne zur Verfügung:

„How Body Awareness Informs the Practice of Spiritual Direction“

Deutsche Übersetzung „Wie Körperbewusstsein die Praxis Geistlicher Begleitung bereichert“

Einführung in Geistliche Übungen

Geistliche Übungen unterstützen einen heilsamen Lebens- und Arbeitsrhythmus. Sie tragen zum persönlichen geistlichen Wachstum bei. Sie bieten einen Rahmen für das Gebet.

Viele erleben eine Erneuerung ihrer Gottesbeziehung, wenn sie in Zeiten der Dürre neue Gebetsformen ausprobieren und darin heimisch werden.

Aus der Vielzahl geistlicher Übungen kannst du Formen des Gebets auswählen, die deiner Lebenssituation und Persönlichkeitsstruktur angemessen sind.

Eine Liste der geistlichen Übungen, die in geistlicher Begleitung oder in Seminaren vorgestellt und eingeübt werden können:

  • Lectio Divina
  • Imaginative Schriftbetrachtung
  • Schriftmeditation mit Kunstwerken
  • Wahrnehmungsübungen in der Natur
  • Körperwahrnehmungsübungen
  • Atemgebet
  • Jesus-Gebet
  • Fasten
  • Gebärdengebet
  • Gebet der „liebenden Aufmerksamkeit“ (Tagesrückblick)
  • Beichte
Unterscheidung und Entscheidungsfindung

Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind Söhne und Töchter Gottes” (Röm 8,14)

Wie unterscheidet man Impulse, die ins Leben führen, von Gedanken und Anstößen, die den Anschein haben, gut zu sein, aber letztlich ablenken?

Wie finde und folge ich meiner persönlichen Berufung?

Ausgewählte biblische Beispiele, wie Gott Menschen führt, können uns in diesen Fragen helfen. Auch geben uns Erfahrungsberichte Einblick, wie vielfältig Menschen sich vom Heiligen Geist geleitet erleben. Körperwahrnehmungsübungen machen sensibel für das Empfangsorgan für die Bewegungen des Heiligen Geistes („Bauchgefühl“).

Ein sehr hilfreiches Modell ist kommt aus dem Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola. Welche Erfahrungen hinter den Begriffen „Tröstungen“ und „Unterscheidung der Geister“ stehen, wird vorgestellt.

Mögliche weitere Themen: Die Bedeutung unserer Sehnsucht für die Unterscheidung; Einfluss unserer Gottesbilder im Entscheidungsprozess; Träume und Unterscheidung; ein Blick in relevante Texte der Kirchengeschichte.

Traumasensible Geistliche Begleitung

„Nahe ist der HERR denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.“ Ps 34,19

Mit großem persönlichen Gewinn durfte ich ein Semester an der Eastern Mennonite University (EMU) das Fach „Transforming Trauma“ studieren. Dem Fach lag das bewährte und weltweit eingesetzte Modell des dortigen Centers for Justice and Peacebuilding zugrunde:

STAR — Strategies for Trauma Awareness and Resilience (Strategien für Traumabewusstsein und Resilienz).

Das neu übersetzte Buch einer der Gründerinnen von STAR, Carolyn Yoder, ist im Neufeld Verlag erschienen. Ich kann es sehr empfehlen:

-> Heilsam mit traumatischen Erlebnissen umgehen – Wege zu Resilienz, Frieden und Versöhnung

Träume auf dem geistlichen Weg

In Träumen erreicht uns Gott gewissermaßen „durch die Hintertür“  -jenseits unseres analytischen Denkens und Machen-Wollens. Träume geschehen an uns. Sie machen Unbewusstes bewusst, spiegeln kreativ unsere gegenwärtige Situation und weisen nicht selten auf einen nächsten Schritt oder eine sie uns auf eine Lösung hin.

Auch die innere Bildwelt der Imagination und Träume ist Gottes Gabe an uns und kann für den geistlichen Weg unserer Heilwerdung bedeutsam sein.

Wiederkehrende Traumsymbole und Albträume haben Wichtiges zu sagen und können in geistlichen Begleitgesprächen bewegt werden.

Ein Kurzseminar zum Thema „Träume auf dem geistlichen Weg“ bietet Hintergrundwissen und zeigt persönliche und biblische Beispiele, wie Gott durch Träume spricht. Es sensibilisiert die Teilnehmenden, auf wichtige Träume („Die vergessene Sprache Gottes“) betend zu achten und sie für das persönliche Wachstum fruchtbar werden zu lassen.