
Wahrnehmungsübung in der Natur
Ich nähere mich dem, was mir nahe geht…
- Ich gehe nach draußen in die Natur, in den Wald, in den Garten oder auf eine ruhige Straße – auch wenn das Wetter nicht gerade dazu einlädt.
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Nach ein paar Minuten Gehen, werde ich langsamer und nehme wahr (Spüren, Hören, Sehen, Riechen…)
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Ich nähere mich dem Ort oder Gegenstand, der mich anzieht. Dort halte ich an.
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Ich verweile, nehme auf, koste aus…
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Ich nehme wahr, ob mir in dieser Erfahrung etwas von Gott her zukommt…
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Wenn der Moment ausgekostet ist, gehe ich weiter… offen für das Nächste.
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Wenn die Zeit zu Ende geht, kehre ich um.
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Auf dem Nachhauseweg kann ich Gott sagen, was mir auf dem Herzen liegt.
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Wieder zuhause: Wie ist es mir ergangen? Was war wichtig? Ich schreibe einen Gedanken oder eine Wahrnehmung auf.
Wenn du die Übung einmal ausprobiert hast, kannst du sie folgendermaßen etwas intensivieren:
- Wenn du nach draußen gegangen bist, setze dir einen Startpunkt. Du kannst z.B. einen Timer auf 20 Minuten stellen. So ist es klar: „Ich will jetzt 20 Minuten üben, in der Wahrnehmung zu bleiben.“ Und es wird dir leichter fallen, wenn du abgelenkt bist, in die Wahrnehmung zurück zu kehren.
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Spüre beim Gehen bewusst den Boden unter deinen Füßen, den Wind auf deiner Haut, die Wärme der Sonne… Vom Deutlichen hin zum Leichten…
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Höre bewusst auf die Geräusche, die dich umgeben. (Autos, das Zwitschern der Vögel, das Rauschen des Windes…) Vom Lauten hin zum Leisen…
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Nimm Dinge in die Hand und betaste sie, z.B. einen Stein, die Rinde eines Baumes, einen Zweig. Vom Groben hin zum Feinen…
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Sieh das, was dich umgibt, an, als wäre es das erste Mal. Achte auf Details: eine Blume, ein Blatt, die Farben und Formen, die dich ansprechen und in deinem Körper eine Resonanz hervorrufen.
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Rieche die Luft, die dich umgibt. Wenn du magst, rieche auch an den Bäumen oder an etwas, das du sonst nicht unbedingt unter die Nase hältst.
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Wenn ich ins Grübeln komme, ins Analysieren (z.B. „Das ist eine Buche, das eine Eiche…), lasse ich die Gedanken ziehen und kehre in die Wahrnehmung zurück. Wenn Gefühle auftauchen, nehme ich diese kurz wahr, ohne sie zu werten, und kehre in die Wahrnehmung zurück.
I go among trees and sit still.
All my stirring becomes quiet
around me like circles on water.
My tasks lie in their places
where I left them, asleep like cattle.
Then what is afraid of me comes
and lives a while in my sight.
What it fears in me leaves me,
and the fear of me leaves it.
It sings, and I hear its song.
Then what I am afraid of comes.
I live for a while in its sight.
What I fear in it leaves it,
and the fear of it leaves me.
It sings, and I hear its song.
After days of labor,
mute in my consternations,
I hear my song at last,
and I sing it. As we sing,
the day turns, the trees move.
“I go among trees and sit still.” from This Day: Collected and New Sabbath Poems 1979-2012. Copyright © 1979 by Wendell Berry.
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