Tagesrückblick

„Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ 

Mittendrin in meinem Alltag geschieht oft etwas, das mich berührt. Wenn ich in meinem „Arbeitsmodus“ bin, nehme ich diese besonderen Momente nur kurz wahr, und mache dann gleich weiter in meinen Aufgaben. Die Erfahrung geht verloren. Im Erinnern aber hole ich sie zurück. Ich kann den Augenblick noch einmal betreten und ihn auskosten.

Das sogenannte „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ macht mich für diese besonderen Momente sensibel. Ich empfehle, es für eine Weile täglich zu beten, vielleicht am besten abends, um auf den vergangenen Tag zurückzublicken. Die Wirkung dieses kurzen Gebets zeigt sich langsam… mit der Zeit wirst Du aufmerksamer durchs Leben gehen.

Audio-Anleitung

Mach es Dir gemütlich, die Übung dauert nur ca 8 Minuten.

Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten:
Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.
Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den schönen und in den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen.
Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend.
In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.

Alfred Delp

Anleitung

• Ich komme innerlich zur Ruhe (z.B. indem ich meine Atmung spüre) und führe mir vor Augen: Gott ist gegenwärtig. Ich bin da vor Gott.
• Ich nehme meinen Tag aufmerksam und liebend wahr. Mir kommen Szenen in die Erinnerung. Ohne sie zu werten und zu beurteilen betrachte ich sie. Dabei nehme ich die „Stimmung“ der Erinnerung wahr („Wie war das?“). Ich bleibe ein wenig dabei und gehe dann weiter… Dies kann im „Zeitraffertempo“ und manchmal auch in „Zeitlupe“ geschehen. Es dürfen alle Gedanken, Empfindungen, Freuden und Ängste wieder aufsteigen oder sich auch neu melden.
• Ich danke Gott für alles Gute und Schöne …
• Ich lege Schweres und Belastendes vor Gott hin und bitte um Lösung oder Heilung …
• Abschlussgebet: Z.B. »Du breitest diesen Tag aus vor mir… alles lasse ich Dir, Du unergründliches Erbarmen… Dein bin ich. Amen»